Mai 30

Bericht der Ethikkommission

Der Bericht der Ethikkommission Atomkraft “Deutschlands Energiewende – ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft” kann seit dem 30. Mai 2011 öffentlich auf den Servern der Bundesregierung heruntergeladen werden. Nach der vielfachen Natur- und Atomkatastrophe am 11. März 2011 in Japan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Reaktorsicherheitskommission und zeitgleich die Ethikkommission Atomkraft einberufen – mit der Aufgabe, den Ausstieg aus der Atomkraft vorzubereiten.
Deutschland ist bisher das einzige Land der Welt, das – nach dem Unfall in Fukushima – den Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomenergie angeht.

Am 4. April 2011 hat die hochkarätig besetzte Ethikkommission ihre Arbeit aufgenommen unter den Mitgliedern und zusätzlich eingeladenen Fachleuten waren Vertreter von Umweltorganisationen, Wissenschaftler aus Physik, Soziologie und Risikoforschung, aber auch Vertreter der betroffenen Industrie und Gewerkschaften.
Voraussetzung eines gelungenen Atomausstiegs im gesellschaftlichen Konsens sind drei Kriterien, die wesentlich beachtet werden müssen, um den Ausstieg aus der Atomkraft und den Einstieg in alternative Energieerzeugung zu einem Erfolgsmodell zu machen.

  • 1. Deutschland als Hochindustrie-Land darf nicht in der Leistungskraft seiner Wirtschaft geschmälert werden. Der Energie-Umbau muss in Einklang und Konsens mit der Wirtschaft geschehen.
  • 2. Der Ausstieg aus der Atomenergie darf gleichzeitig nicht zu einer weiteren Belastung ökologischer Systeme führen – wird nun auf CO2-intensive Technologien zurückgegriffen, wäre dies ein Rückschlag auf das Klima. Spielräume zur weiteren CO2-Reduktion müssen offen bleiben.
  • 3. Der Einstieg in ein neues Energiezeitalter muss sozial verträglich erfolgen. Ist die Erzeugung von regenerativen Energien durch die Energie-Verbraucher – Gesellschaft insgesamt, aber auch die einzelnen Verbraucher – nicht bezahlbar, bleibt der Umbau sinnlos.

Notwendig bleibt er aber doch – das zeigt die allgemeine Neu- und Umbewertung des Restrisikos nach dem Fukushima-Unfall -, und gerade die in den letzten Jahren erforschten alternativen Energieerzeugungs-Methoden weisen bessere, risikoärmere Alternativen auf. Jedwede weitere Förderung der Atomkraft und finanziell aufwendige Sicherheits-Aufrüstung von Atomkraftwerken zieht von der freien Grundlagenforschung, der praxisgebundenen Energie-Forschung und Praxis-Umsetzung nachhaltiger Energien weiter Mittel ab.

Auch die Erforschung und das Möglichmachen einer verstärkten Partizipation der betroffenen Bürger (z.B. über das Internet) muss entwickelt werden – hier sind bereits Jahrzehnte verloren. Nach vorn hinaus gilt es, der verlorenen Zeit nicht unnötig weitere gute Zeit “hinterherzuwerfen”. Die Ethikkommission hat daher – in rekordverdächtig kurzer Zeit übrigens – nun einen praxisorientierten und lesenswerten Bericht vorgelegt, der sich an all diesen Punkten in realititätsbezogenen, umsetzbaren Szenarien orientiert.

Kritisieren kann man an der Zusammensetzung der Ethikkommission, dass gerade hier, unter dem Stichwort “Ethik”, die akademische Philosophie nicht nennenswert befragt wurde – andererseits sind aber in der Breite der Aufstellung von NGOs und Greenpeace über die Kirchen und Politiker verschiedenster Richtungen bis hin zu RWE-Vertretern die wesentlichen gesellschaftlichen Standpunkte und Diskurse vertreten.

Auch für die Zukunft schlägt die Ethikkommission ein nationales Forum vor, auch die Bildung von lokalen und regionalen Foren, in denen die Bürger als Souverän partizipatorisch und initiativ eingebunden sind. Bürgerwerkstätten – für alle offen – und Online-Bürgerdialoge (vgl. z.B. unter www.buergerdialog-bmbf.de) gehören hier zum Angebot.

Der 48 Seiten dicke, lesenswerte Bericht der Ethikkommission ist unter diesem Link erreichbar.

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Feb 6

Energie und Verbrauch

Posted in Energiesparen

Energie ist ein hohes Gut: Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass eine angenehme Lebensqualität einen jährlichen Energieverbrauch von 9000 kWh pro Kopf erfordert – das entspricht jeweils dem Energiegehalt, der in 1.000 Litern Öl steckt.

Diese 9000 kWh für den Einzelnen umfassen seinen unmittelbaren Bedarf an Strom, Benzin, Heizmaterial und Herd-Energie, aber auch die Energie, die zur Herstellung der Güter seines Bedarfs aufgewendet werden muss. Bei einem geringeren Verbrauch wird das Leben mühsamer, bei einem höheren stehen Energieverbrauch und Lebensqualität in keinem vertretbaren Verhältnis mehr.

2003 lag der pro-Kopf-Verbrauch in Europa allerdings bei 43.000 kWh! Zwar ist in Deutschland der Verbrauch in den letzten Jahren leicht gesunken, weltweit muss aber von einer Steigerung um 1/3 (!) des Energieverbrauchs bis zum Jahr 2020 ausgegangen werden.

Energie ist nicht nur teuer – und der Anstieg der Preise ist fast rasanter als der Anstieg des Verbrauchs -, die Rohstoffe, aus denen Energie gewonnen wird, sind überdies auch noch knapp ( vgl. Tabelle unten). 80% der Energie, die wir heute weltweit verbrauchen, wird aus Erdöl gewonnen; Erdöl ist aber auch ein Rohstoff, der bei der Herstellung von Plastik, Wasch- und Reinigungsmitteln, Farben und Lacken eine wichtige Rolle spielt. Vor allem bei der Herstellung von Arzneimitteln!

Der Stoff ist eigentlich zu wertvoll, ihn aus dem Schornstein oder aus dem Auspuff hinauszuheizen.

So lange reichen die Rohstoffvorkommen der Erde:

Reserven* Ressourcen**
Kohle 95 Jahre Weitere 470 Jahre

Erdgas

70 Jahre Weitere 75 Jahre

Uran

67 Jahre Weitere 150 Jahre

Erdöl

42 Jahre Weitere 21 Jahre

Unkonventionelles

Erdöl***

17 Jahre Weitere 21 Jahre

*gesichertes und wirtschaftlich gewinnbares Vorkommen

** nicht gesichertes oder nicht wirtschaftlich gewinnbares Vorkommen

*** Öl, dessen Förderung kostspielig, schwierig, umweltschädlich und sehr langsam ist, z.B. Tiefsee- oder polares Öl

Zudem sind wir in Deutschland durch den unwiederbringlichen Verbrauch fossiler Brennstoffe hochgradig abhängig von Rohstoff-Lieferungen aus politisch und ökonomisch instabilen Fördergebieten. Und nicht nur die regelmäßig wiederkehrenden ökologischen Katastrophen nach Tankerunglücken oder im Jahr 2010 im Golf von Mexiko durch einen Ölbohrschaden zeigen uns, dass es so nicht weitergehen kann. (Ob daraus gelernt wird, ist eine andere Frage: 120 km vor der Küste von Louisiana im Golf von Mexiko wird längst wieder nach Öl gebohrt …).

Energieeffizienz ist damit einer Frage der Nachhaltigkeit mit Blick auf spätere Generationen, des Klima- und Umweltschutzes, und zugleich – in Zeiten der Finanzkrise nicht zuletzt – eine des eigenen Portemonnaies. Einsparpotenzial gibt es in nahezu jedem Haushalt – und anhand unserer Quick-Checkliste können Sie rasch überprüfen, wo Sie Energie und Kosten einsparen können, ohne dass Sie deshalb auf Lebensqualität verzichten müssten.

Quick-Checkliste

1. Haben Sie den richtigen Stromversorger?

Ökologische Verantwortung und finanzielle Klugheit können Hand in Hand gehen – finden Sie den Stromversorger mit dem richtigen Preis und dem richtigen Energiemix für Ihre Vorstellungen! Wir haben die besten Tarife für Sie herausgesucht – mit kostenlosem Vergleich.

2. Energiegewinnung

Photovoltaik, Solarthermie, Regenwassernutzung? Heute gibt es mehr Möglichkeiten als je, Strom ressourcenschonend – und finanziell ertragreich! – in Eigenregie zu gewinnen. Wir stellen Ihnen Möglichkeiten vor: Sie können kostenlos und unverbindlich Angebote anfordern, die Sie in Ruhe vergleichen können.

3. Energieeffizienz

Bei dem einen ist es der Handytarif, der ihn arm macht, bei dem anderen ein alter Kühlschrank. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Stromfresser vermeiden, Haushaltsgeräte ressourcenschonend auswählen und Ihre Technik auf dem neuesten Stand halten können.

  • Haben Sie die Kontrolle über Ihren Energieverbrauch?
  • Ist Ihr Haus ausreichend gedämmt?
  • Wissen Sie genug über Energieeffizienzklassen?

4. Energiespartipps

Gewußt wie! Hier ein brennendes Lämpchen, dort der tropfende Wasserhahn – Kleinigkeiten! Aber sie läppern sich schnell zu ärgerlichen Summen zusammen. Mit unseren Tipps zum Energie-Sparen vermeiden Sie unnötige Kosten. In unserer Zusammenstellung haben wir zusammengetragen, was Sie im Alltag tun können, Ihr sauer verdientes Geld nicht dem Energieversorger in den Rachen zu werfen.

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