Okt 28

Einspeisevergütung 2012

Posted in Energiepolitik

Auch 2012 entwickelt sich die Photovoltaik auf ihrem Weg zur marktfähigen Wirtschaftlichkeit ohne Förderung weiter – damit zugleich tun wir auch einen weiteren großen Schritt weg von den fossilen Brennstoffen. Seit der Einführung des Stromeinspeisegesetzes 1991, das im Frühjahr 2000 vom Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG abgelöst wurde, war die Einspeisevergütung das wichtigste Instrument, die Umstellung hin zu erneuerbaren Energien zu verwirklichen.

Gerade die letzten Ereignisse haben deutlich gemacht, wie notwendig diese Umstellung ist. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Fukushima – die Energiewende ist nötiger denn je.

Einspeisevergütung 2012

Die Einspeisevergütung ist nicht nur ein wichtges Mittel auf diesem Weg, sie ist indirekt auch ein Kontrollinstrument. Der Zweck der Einspeisevergütung ist der Anreiz für den Verbraucher neue Photovoltaikanlagen zu installieren und so langfristig die flächendeckende Versorgung mit erneuerbarer Energie zu ermöglichen. Der Zweck der Degression ist der Anreiz für die Hersteller, die Technik weiter zu entwickeln und die Anlagen immer preisgünstiger und effizienter zu machen. Da die Degression an die Zuwachszahlen des Vorjahres gekoppelt ist, kann man den Erfolg der Einspeisevergütung an der Höhe der Degression ablesen.

Am 27. Oktober 2011 hat die zuständige Bundesnetzagentur die Einspeiservergütungssätze für 2012 bekannt gegeben. Im Bemessungszeitraum (Okt. 2010 – Sept. 2011) wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 5200 MWp neu installiert, die Einspeisevergütung wird daher nach § 20a, Abs. 3 des EEG im Januar 2012 um 15% abgesenkt werden. Dies übersteigt die Basis-Degressionsrate der Einspeisevergütung um 6 Prozentpunkte.

Durch die vor allem seit Mai/Juni 2011 stark gefallenen Preise für Photovoltaikmodule sind die Investitionsbedingungen in Photovaltaik in Deutschland besser denn je. Die Marktforscher von IHS iSuppli gehen daher für die 2. Jahreshälfte 2011 von einem deutlich höhren Zubau als im Zeitraum 01-06 2011 aus. Das lässt vermuten, dass auch die Degression der Einspeisevergütung 2013 über der Basis-Degressionsrate liegen wird.

Die sichere Kalkulationsbasis aufgrund der auf 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung, die gefallenen Investitionskosten und die hohen Wirkungsgrade moderner Solarmodule machen Photovoltaikanlagen zu einer sicheren Geldanlage und zu einer Investition in die Zukunft und die Umwelt.
Die genauen Zahlen zur Einspeisevergütung 2012 finden sie hier.

Mai 30

Bericht der Ethikkommission

Der Bericht der Ethikkommission Atomkraft “Deutschlands Energiewende – ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft” kann seit dem 30. Mai 2011 öffentlich auf den Servern der Bundesregierung heruntergeladen werden. Nach der vielfachen Natur- und Atomkatastrophe am 11. März 2011 in Japan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Reaktorsicherheitskommission und zeitgleich die Ethikkommission Atomkraft einberufen – mit der Aufgabe, den Ausstieg aus der Atomkraft vorzubereiten.
Deutschland ist bisher das einzige Land der Welt, das – nach dem Unfall in Fukushima – den Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomenergie angeht.

Am 4. April 2011 hat die hochkarätig besetzte Ethikkommission ihre Arbeit aufgenommen unter den Mitgliedern und zusätzlich eingeladenen Fachleuten waren Vertreter von Umweltorganisationen, Wissenschaftler aus Physik, Soziologie und Risikoforschung, aber auch Vertreter der betroffenen Industrie und Gewerkschaften.
Voraussetzung eines gelungenen Atomausstiegs im gesellschaftlichen Konsens sind drei Kriterien, die wesentlich beachtet werden müssen, um den Ausstieg aus der Atomkraft und den Einstieg in alternative Energieerzeugung zu einem Erfolgsmodell zu machen.

  • 1. Deutschland als Hochindustrie-Land darf nicht in der Leistungskraft seiner Wirtschaft geschmälert werden. Der Energie-Umbau muss in Einklang und Konsens mit der Wirtschaft geschehen.
  • 2. Der Ausstieg aus der Atomenergie darf gleichzeitig nicht zu einer weiteren Belastung ökologischer Systeme führen – wird nun auf CO2-intensive Technologien zurückgegriffen, wäre dies ein Rückschlag auf das Klima. Spielräume zur weiteren CO2-Reduktion müssen offen bleiben.
  • 3. Der Einstieg in ein neues Energiezeitalter muss sozial verträglich erfolgen. Ist die Erzeugung von regenerativen Energien durch die Energie-Verbraucher – Gesellschaft insgesamt, aber auch die einzelnen Verbraucher – nicht bezahlbar, bleibt der Umbau sinnlos.

Notwendig bleibt er aber doch – das zeigt die allgemeine Neu- und Umbewertung des Restrisikos nach dem Fukushima-Unfall -, und gerade die in den letzten Jahren erforschten alternativen Energieerzeugungs-Methoden weisen bessere, risikoärmere Alternativen auf. Jedwede weitere Förderung der Atomkraft und finanziell aufwendige Sicherheits-Aufrüstung von Atomkraftwerken zieht von der freien Grundlagenforschung, der praxisgebundenen Energie-Forschung und Praxis-Umsetzung nachhaltiger Energien weiter Mittel ab.

Auch die Erforschung und das Möglichmachen einer verstärkten Partizipation der betroffenen Bürger (z.B. über das Internet) muss entwickelt werden – hier sind bereits Jahrzehnte verloren. Nach vorn hinaus gilt es, der verlorenen Zeit nicht unnötig weitere gute Zeit “hinterherzuwerfen”. Die Ethikkommission hat daher – in rekordverdächtig kurzer Zeit übrigens – nun einen praxisorientierten und lesenswerten Bericht vorgelegt, der sich an all diesen Punkten in realititätsbezogenen, umsetzbaren Szenarien orientiert.

Kritisieren kann man an der Zusammensetzung der Ethikkommission, dass gerade hier, unter dem Stichwort “Ethik”, die akademische Philosophie nicht nennenswert befragt wurde – andererseits sind aber in der Breite der Aufstellung von NGOs und Greenpeace über die Kirchen und Politiker verschiedenster Richtungen bis hin zu RWE-Vertretern die wesentlichen gesellschaftlichen Standpunkte und Diskurse vertreten.

Auch für die Zukunft schlägt die Ethikkommission ein nationales Forum vor, auch die Bildung von lokalen und regionalen Foren, in denen die Bürger als Souverän partizipatorisch und initiativ eingebunden sind. Bürgerwerkstätten – für alle offen – und Online-Bürgerdialoge (vgl. z.B. unter www.buergerdialog-bmbf.de) gehören hier zum Angebot.

Der 48 Seiten dicke, lesenswerte Bericht der Ethikkommission ist unter diesem Link erreichbar.

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Jun 30

Energieeffizienz könnte 6 Atomkraftwerke überflüssig machen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat zusammen mit dem Heidelberger ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung ein Maßnahmenpaket zur Stromeffizienz erarbeitet. Mit den darin vorgestellten Maßnahmen könnte  bis 2020 der Verbrauch in Deutschland allein durch den effizienten Umgang mit Energie um die Jahresleistungen von 6 Atomkraftwerken reduziert werden. Würde die Energieeffizienz richtig durch den Staat gefördert und die Gewinnung von Strom aus regenerativen Energiequellen weiter ausgebaut, könnte man bis 2020 sogar ganz auf Atomstrom verzichten.

Wichtiger Bestandteil des von BUND und ifeu-Institut entwickelten Programmes ist die Einrichtung eines Stromsparfonds. Dieser Fond müsste ein jährliches Volumen von 300 Millionen Euro haben  und ließe sich durch Einnahmen aus dem CO2-Zertifikate-Handel und der Erhebung eines “Effizienz-Zehntel-Cents” auf jede Kilowattstunde Strom finanzieren. Dass dieses Modell erfolgreich ist zeigen Dänemark und Großbritannien, die bereits ähnliche Fonds eingerichtet haben.

Wie dieser Stromsparfond verwendet werden sollte, erklärte Martin Pehnt vom ifeu-Istitut:

“Die Mittel des Stromsparfonds müssen vor allem für Energieberatungen einkommensschwacher Haushalte, zum Austausch Strom fressender Elektrogeräte und zur energetischen Optimierung technischer Systeme wie Klima-, Lüftungs- und Druckluftanlagen eingesetzt werden. Dringend erforderlich ist außerdem ein “Top-Runner-Programm”, das zur Durchdringung des Marktes mit besonders sparsamen Elektrogeräten führt.”

Der BUND wirft der Bundesregierung allerdings vor, die politsch gewollte Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke legitimieren zu wollen und daher keine Maßnahmen, die zur Steigerung der Energieeffizienz führen könnten, im energiepolitischen Gesamtkonzept vorzusehen.

“Neue Kohlekraftwerke, längere Laufzeiten für die deutschen Atommeiler und ein steigender Stromverbrauch sind wesentliche Hindernisse beim Aufbau einer zukunftsfähigen Stromversorgung”

“In dem von der Bundesregierung für den Herbst angekündigten Energiekonzept droht ein entscheidender Faktor völlig vernachlässigt zu werden – die Steigerung der Energieeffizienz. Der Atomausstieg kann schneller als gedacht vollzogen werden, wenn das riesige Sparpotenzial effizienter Technologien mobilisiert wird. Bestandteil eines nationalen Energiekonzeptes muss ein gesetzliches Einsparziel beim Primärenergieverbrauch von mindestens zwei Prozent pro Jahr sein”

BUND-Vorsitzender Hubert Weiger.

Weiger forderte Bundesumweltminister Röttgen auf, ein Energiekonzept ohne jede Laufzeitverlängerung und mit ambitionierten Energieeinsparzielen durchrechnen zu lassen. Angela Merkels Worten, Deutschland “zum Weltmeister” in Sachen Energieeffizienz machen zu wollen, müssten nun endlich Taten folgen. Denn mit dem Scheitern des Energieeffizienzgesetzes habe die Bundesregierung sich bisher leider ins europäische Abseits befördert.

Die Wahrheit über unsere Energiesituation:

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